Herbstleuchten

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    • Herbstleuchten


      Schatten langen über leere Plätze
      Laub befeuert knisternd meinen Schritt
      Ein Krähenruf, verborgen, wandert mit

      In kalten Zweigen lauern feine Netze
      Vor sommerfernem weichem Licht, weht
      Eine Hummel, spät, durch das Vergessen

      Träumt davon es wäre wieder Mai
      Und aus den Spieren flössen süße Säfte
      Die Krähe gleitet geisterhaft vorbei

      Nun schlüpfe in die abenddunkle Klause
      Versiegt der Quell den du so töricht suchst
      Um deiner Brut hinwieder hell zu fließen
    • Hallo Berthold,

      mir gefällt die lyrische gefärbte Beschreibung gut,
      lediglich in der Zeile

      "Vor sommerfernem weichem Licht, weht"

      bin ich grammatikalisch (...m ...m ) etwas gestolpert.
      Statt weht könnte ich mir auch "torkelt, schwankt", etc. vorstellen,
      denn das "weht" ist ja keine von der Hummel selbst getätigte Fortbewegungsart.

      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Berthold schrieb:

      Herbstleuchten


      Schatten langen über leere Plätze
      Laub befeuert knisternd meinen Schritt
      Ein Krähenruf, verborgen, wandert mit

      In kalten Zweigen lauern feine Netze
      Vor sommerfernem weichem Licht, weht
      Eine Hummel, spät, durch das Vergessen

      Träumt davon es wäre wieder Mai
      Und aus den Spieren flössen süße Säfte
      Die Krähe gleitet geisterhaft vorbei

      Nun schlüpfe in die abenddunkle Klause
      Versiegt der Quell den du so töricht suchst
      Um deiner Brut hinwieder hell zu fließen
      .
      Hallo Berthold,

      ein wirklich feines [ und metrisch saubres ] Terzettum in vier Strophen , :thumbsup: ... ist es für mich das persönliche Orakel des tricki Trunkenbolds, der sich argumentativ zu helfen weiß. Der Herbst mit seinem dörr_Kleid ist natürlich Schuld ... an der Stimmung des Durstigen [ sagt's ja auch die Krähe ihm ins Ohr, die es wiedrum von der Hummel vernommen hat ... oder ist es die Hummel in Tölps Kopf? ], ergo, ein Besuch in der Schänke will Abhilfe schaffen;

      die verdrießlichen Herbsttage wieder vergessen machen - bald bald, fließen wieder die 'hellen' Sinne durch Tölps Adern , ;)

      ... hat mir der Besuch in deiner süß-sinnlichen Moritat sehr gemundet ...


      wieder ein sehr Tschüss Berthold ... Dichtel, guter Dinge nach solch einer süffigen Vorlage , :)

      -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dichtel (†) ()

    • Hallo Berthold,
      dein Gedicht spricht mich sehr an. Es ist als würde ich selbst mit meinem Hund durch Wald und Wiese streifen. Den einsamen Ruf der Krähe in die Stille hinein kenne ich nur zu gut, dort wo einem kein Mensch begegnet, allein mit der Natur. Fast ist es heilig. Der Herbst hat trotz des Versiegens und Vergessens auch sein Leuchten, wenn die Sonne scheint in kalter klarer Luft und dieser Frieden, der auf allem ruht.
      In deinen Zeilen schwingt neben Wehmut, dass nun der Quell der Freuden endgültig versiegt ist, auch die Sehnsucht nach dem neuen Frühjahr.
      Ich habe dein Werk mit Genuss gelesen.

      Leuchtende Herbstgrüße
      Wilde Rose

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Wilde Rose ()

    • Hallo Perry,

      schön von dir zu hören.

      Freut mich, dass du mein Gedicht als 'lyrisch gefärbt' betrachtest und es dir gefällt. :saint:

      Dein grammatikalisches Stolpern mag berechtigt sein (speziell bei 'weichem' bin ich unsicher) … Perry, sage mir einfach, wie es korrekt heißt und ich verbessere den Fehler.

      Die verwehte Hummel.
      Deine Kritik kann ich gut verstehen, möchte Hummel aber dennoch 'wehen' lassen. Trotzdem sie natürlich aktiv von Goldregen nach Kornblume fliegen kann, habe ich hier versucht, die Gute als passive/getriebene Figur zu zeichnen, also als ein Geschöpf das von dem Herbst/der Kälte/ Futtermangel/den Instinkten etc. 'bestimmt' wird und – verweht/ verwehen muss.

      Perry, danke fürs Lesen und freundliche Kommentieren.

      LG
      Berthold
    • Hallo Dichtel,

      freut mich, dass das Metrum meines Gedichtes passt und du gesättigt und wieder guter Dinge
      davontschüssen kannst …
      Bin regelmäßig beeindruckt von deinen phantasievollen Werken und Beiträgen; so auch hier.
      Und wie recht du hast: Sobald Tölpi wieder in der Märzenschänke sitzt, der Zapfhahn fließt
      und die dralle Kreszenzia ihn bedient - ist seine Welt wieder in Ordnung …

      Danke dir fürs Lesen und kurzweilige Kommentieren. :thumbup:

      LG
      Berthold
    • Hallo Berthold,
      wenn ich das genau wüsste, hätte ich eine Vorschlag gemacht.
      Es stellt sich vermutlich die Frage um welche Flexionen (starke oder schwache) es sich bei den Adjektiven handelt.
      Da es sich hier um einen schwierigen Sachverhalt handelt, habe ich lediglich mein Unbehagen zum Ausdruck gebracht.
      Vielleicht findet sich ja Jemand, der uns weiterhelfen kann.
      LG
      Perry
      Es ist nett wichtig zu sein, aber viel wichtiger nett zu sein.
    • Hallo Wilde Rose,

      freut mich, dass es mir geglückt ist, Bilder zu zeichnen, die dich ansprechen. :saint:

      Es ist so wie du sagst: Trotz permanentem Nebelniesel, kalten Winden, schlammigen Wegen und rutschigem Laub, beeindruckt auch mich diese Jahreszeit des Abschieds immer wieder auf Neue. Und wenn ich dann, so wie du es beschreiben hast, zur richtigen Zeit am rechten Ort bin, sind das tatsächlich fast 'heilige' Momente. Geheimnisvolle Augenblicke, die mich glauben machen wollen, ich erlebte gerade eine besonders enge und intensive Form der Zweisamkeit mit und in der mich umgebenden Natur: sehr emotional, vielleicht wehmütig, aber in jedem Fall schön.
      Ein wunderbarer Zeitpunkt für eine gepflegte Herbstdepression … und höchste Zeit für einen Schlusspunkt.

      Danke, Wilde Rose, fürs Lesen und stimmungsvolle Kommentieren.

      LG
      Berthold
    • Hallo Berthold,
      das hast du wunderbar beschrieben........ "besonders enge und intensive Form der Zweisamkeit mit und in der Natur"...... genau das ist es. Wir sind aus dem gleichen Stoff wie das Leben um uns herum, man weiß es ja, aber in solchen Momenten spürt man es.
      :saint:
      LG Wilde Rose

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Wilde Rose ()

    • Hallo Berthold!

      Man merkt bei deinen Zeilen , dass du mit der Natur im Einklang bist; Und du hast eine wunderbarer Gabe, den Augenblick in Worte zu fassen; Ganz besonders fällt mir das gerade hier in diesem wunderschönen Werk auf. Zu Recht sind die Kommentare voll des Lobes.

      Berthold schrieb:

      Laub befeuert knisternd meinen Schritt

      Berthold schrieb:

      In kalten Zweigen lauern feine Netze

      Berthold schrieb:

      Nun schlüpfe in die abenddunkle Klause
      Versiegt der Quell den du so töricht suchst
      um nur einiges hervorzuheben..
      Deine Momentaufnahmen sind hervorragend ; Ein Fotograf könnte diese Bilder nicht besser einfangen;

      Dein Erwerb war nicht schlecht....

      Zitat: habe ich mir einen Roller geleistet, mit dem ich die nähere Umgebung erkunde, Eindrücke und Ideen sammle; auch Bärlauch, junge Fichtenspitzen und Schlehen.
      Profitieren auch wir davon.. und das freut natürlich sehr... mich zumindest..

      Ich kann wiedermal nur Lob da lassen..
      einfach wunderbar geschrieben..
      mit lieben Grüßen, Behutsalem
      ©Behutsalem
      Ohne Poesie wäre das Leben ein Irrtum!
    • Hallo Behutsalem,

      da weiß ich ja bald nicht mehr was ich sagen soll. ;)

      Freue mich, dass dir die Bilder und Gedanken zum Herbst so gut gefallen.
      Ich persönlich mag diese Jahreszeit auch sehr gern. - Dazu habe ich aber
      schon (weiter oben) Wilde Rose zugetextet ...

      Behutsalem, ich sage herzlichen Dank für deinen wohlwollenden Kommentar,
      über den ich mich sehr gefreut habe.

      LG
      Berthold
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